Spree und Tourismus

Der Spreewald - eine Kultur- und Auenlandschaft


Spreekahn
Ein Ausflugskahn im Spreewald

Der Spreewald ist eine Kultur- und Auenlandschaft, die 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt wurde.
Nach der letzten Eiszeit teilte sich die Spree bei sehr geringem Gefälle in zahllose Fließe, die ein Binnendelta bildeten, das von dichtem Wald umgeben war, Das heute typische Bild des Spreewaldes entstand erst in den letzten Jahrhunderten. Mit der verstärkten Besiedlung und Nutzung durch den Menschen wurde der einstige Urwald in eine Kulturlandschaft verwandelt, die von den sich abwechselnden Wiesen, Äckern und Wald geprägt ist. Die Kanäle und Fließe ergeben zusammen eine Gesamtlänge von knapp 1.600 km. Für viele Höfe und Dörfer ist der Kahn immer noch ein wichtiges Verkehrsmittel.

Wasserbauliche Eingriffe, z. B. Schleusen, Wehre, Schwellen oder künstliche Wasserläufe hatten positive und negative Auswirkungen. Wurde zum einen der Schutz vor Hochwasser und die Befahrbarkeit durch gleich bleibende Wasserstände gewährleistet, nahmen zum anderen die Wasserqualität und die Vielfalt der Gewässerstrukturen ab. Auch das Artenspektrum verringerte sich. Nichtsdestotrotz weist der Spreewald nach wie vor eine reiche Tier- und Pflanzenwelt mit vielen Spezies auf, die auf der Roten Liste der gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Daneben ist der der Spreewald eine überregional bekannte und beliebte Urlaubsregion mit vielen Möglichkeiten, die Landschaft per Kahn, Kanu, Fahrrad oder Wandern zu erschließen.

Gefährdung des Spreewaldes


Große Meliorationen und intensive Landwirtschaft beeinträchtigten im 20. Jahrhundert zunehmend den Wasserhaushalt im Spreewald.
Außerdem gingen nach der Stilllegung von Braunkohletagebauen die Zuflüsse aus den Grundwasserabsenkungen verloren. Ebenso trägt die derzeitige Einleitung von Spreewasser in Tagebaurestlöcher zu einem verringerten Durchfluss der Spree bei.

Wehre und Staue halten zwar einen gleichmäßigen Wasserstand, jedoch verhindern sie die Durchgängigkeit für Fische und weitere Arten, was die Lebensräume einschränkt oder zerstört. Diese Einflussfaktoren bewirken eine Verringerung der Fließgeschwindigkeit, so dass verstärkt Schwebstoffe auf den Gewässerboden sinken und Schlammschichten ausbilden. Durch die geringer gewordene Wassermenge fallen im Spreewald Gebiete trocken; Feuchtwiesen und Moorflächen sind stark zurückgegangen.

Wege zur Erhaltung des Spreewaldes


Im Spreewald gibt es viele Bemühungen, die typischen Lebensräume mit ihren charakteristischen Artenbeständen zu erhalten und zu entwickeln. Aus ihnen ragt besonders das „Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald“ heraus, das als Naturschutzgroßprojekt vom Bundesumweltministerium mit erheblichen Finanzmitteln unterstützt wird.

Insgesamt soll ein „naturnahes“ Wasserregime mit periodischen Überstauungen als Grundlage der Tier- und Pflanzenwelt wiederhergestellt werden. Dazu gehört die Wiederherstellung oder Revitalisierung von Fließen, die Umgestaltung wasserwirtschaftlicher Anlagen, so dass sie ökologisch durchgängig werden, periodische Überflutungen und naturverträgliche Bewirtschaftungsformen in Forst- und Landwirtschaft. Beruhend auf einem Pflege- und Entwicklungsplan vereinigt sich in dem Großprojekt eine Vielzahl von Einzelprojekten.

Gibt es Rettung für die Quappe?


quappe
Die Quappe

Eine der Leitarten im Spreewald, deren Lebensraum wiederhergestellt werden soll, ist die Quappe. Vor ca. 100 Jahren kam die Quappe in der Spree so massenhaft vor, dass sie zeitweise billiger als Brot und somit Hauptnahrungsmittel war.Heute zählt der Fisch des Jahres 2002 zu den bundesweit stark gefährdeten Tierarten.

Die Quappe ist ein Raubfisch und lebt vorzugsweise in strukturreichen, sauerstoffreichen und unverschlammten Gewässern, die weite Wanderungen zu geeigneten Laichplätzen ermöglichen. Heute hat die Quappe in den mit einer dicken Schlammschicht bedeckten Fließen des Spreewaldes kaum die Möglichkeit zu überleben. Weiterhin sind durch die Veränderung im Gewässersystem im Spreewald wichtige Laichplätze der Quappe verloren gegangen.
Mit dem Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald sollen die Lebensbedingungen für die Quappe verbessert werden, um ihre Existenz in den Gewässern des Spreewaldes zu sichern.

Infos


Der Spreewald liegt in einem gefällearmen Tal, in dem sich das Wasser über längere Zeit sammelte und sich Moore ausbildeten. Durch Umwandlung in eine Kulturlandschaft entstanden vielfältige Lebensräume für Flora und Fauna (Wiesen, kleinflächige Äcker, Wälder, Fließgewässer, Seen und Moore). Dies spiegelte sich in der Artenvielfalt wider.