Elbmarschen & Landwirtschaft
Der Naturraum Holsteinische Elbmarschen – ökologisch einmalig
Der Naturraum Holsteinische Elbmarschen reicht als allmählich breiter werdender Streifen von Wedel bei Hamburg bis zur Mündung des Nord-Ostsee-Kanals bei Brunsbüttel und gliedert sich in die Wedeler Marsch, Haseldorfer Marsch, Wilster Marsch und Kremper Marsch.
Die gestaltenden Kräfte des Stromes und der Gezeiten schufen eine Vielfalt von Lebensräumen: Besonders
die außendeichs gelegenen Wiesen, Weiden und Auwälder, Wattflächen und Flachwasserzonen, Nebenarme und
Priele sowie Salz- und Süßwasser machen die Elbmarschen zu einer ökologisch einmaligen Landschaft.
Landwirtschaft
Etwa zwei Drittel des Unterelberaumes werden landwirtschaftlich genutzt. Ein solches Gebiet ist zum Beispiel das "Alte Land" bei Wedel, das sich auf zwölf Kilometer Länge erstreckt und eine landwirtschaftliche Intensivnutzung (Obstbau und Kartoffeln) aufweist. Weitere Beispiele für solche Gebiete sind die Haseldorfer und die Kremper Marsch, in denen ebenfalls vorwiegend landwirtschaftliche Nutzung betrieben wird. Gleichzeitig liegt eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet vor. Zwischen Brunsbüttel und Friedrichskoog (Trischendamm) befindet sich eine 25 km lange Uferstrecke, auf der hauptsächlich Weizen und Gemüse angebaut werden. Zusammenfassend lässt sich demnach sagen, dass an den Ufern des Unterelbereaumes Obst, Weizen, Gemüse und Kartoffeln am häufigsten angebaut werden.
Elbfischerei
Obwohl um 1920 bereits der empfindliche Stör und Lachs ihre Bedeutung als Hauptfangobjekte verloren hatten, waren auf der Unterelbe noch etwa 1200 Fischereifahrzeuge im Einsatz mit einem Fangertrag von über 9800 Tonnen jährlich - vor allem an Stint, Elbbutt, Aal, Kaulbarsch und Hering, was mengenmäßig etwa 40% der derzeitigen Anlandungen der deutschen Seefischerei am Hamburger Fischmarkt entspricht.

Stör
1980 waren auf der Unterelbe acht Fischereifahrzeuge registriert, deren Hauptfangobjekt Aalbrut und Jungaale darstellten. Eine Fischerei auf marktgängige Fische lohnte sich damals nur noch im Mündungsbereich unterhalb von Brunsbüttel, da die ehemaligen "Massenfische" Stint, Elbbutt und Finte aufgrund der Wasserverschlechterung und wegen des Verlustes von Laichplätzen und Aufwuchs- gebieten für die Jungfische so gut wie nicht mehr elbaufwärts wanderten.
Infos
Die Elbmarschen - Besonderheiten der Flora und Fauna

Schachblume in den Elbmarschen
Die Schachblume, ein Liliengewächs mit großen braunrot-weiß karierten Blütenblättern, hat in den Marschwiesen ihr bundesweit größtes Vorkommen. Als Charaktervogel der Elbmarschen gilt die Uferschnepfe, die feuchtes Wiesengelände, Marschen und Moore, Küsten- und Binnengewässer mit schlammigen Ufern bewohnt. Durchziehende Saat-, Bleß-, Nonnen- und Graugänse sowie Singschwäne machen hier in großer Zahl Rast. Ein Drittel des weltweiten Bestandes an Zwergschwänen versammelt sich an der Unteren Elbe.
