Das Wehr Geesthacht
Um dem durch Gezeitenkräfte hervorgerufenen Einfluss der Tidewelle an der Elbe zu begrenzen, wurde 1960 das Wehr Geesthacht gebaut, welches das Elbwasser anstaut und kontrolliert abfließen lässt. Zusätzlich garantiert es einen festen Pegelstand für das Pumpspeicherwerk Geesthacht.
Das Wehr Geesthacht stellt die einzige Staustufe im deutschen Teil der Elbe dar. Hier wurde die Grenze zwischen Mittellauf und Unterlauf gesetzt. Unterhalb des Wehres Geesthacht beginnt die tidebeeinflusste Elbe. Weitere Bauwerke am Wehr Geesthacht sind die Fischaufstiegsanlage und die Schleuse zur Gewährleistung der Schifffahrt.

Schrägluftbild Wehr Geesthacht
Fischaufstiegsanlage
Fischaufstiegsanlage am Wehr Geesthacht - Fischwanderung zum Leben nötig
Insbesondere die Wanderfischarten Aal, Meerforelle, Lachs, Fluss- und Meerneunauge, Flunder, Stint und Stichling wandern ihrem Instinkt gehorchend bis zu 1000 Kilometer stromab ins Meer oder stromauf in die Flüsse. Zum Teil ziehen sie von der Nordsee in die Elbe, um im Strom oder in den angrenzenden Flüssen zu laichen. Umgekehrt ziehen Fische (z. B. der Aal) von der Elbe zum Laichen in die Meere und kehren als Jungfische in den Elbestrom zurück.
Fischwanderung durch den Menschen unmöglich
Querbauwerke wie Schleusen, Wehre oder Talsperren beeinträchtigen im erheblichen Maße die Durchgängigkeit für Wanderfischarten und Fischnährtiere. Um nicht gänzlich den Fischen ihre Wege durch den Fluss und damit deren Existenz zu zerstören, werden an einer Staustufe Fischaufstiegsanlagen errichtet. Diese können jedoch einen natürlichen Wanderweg für den flussauf- und abziehenden Fisch nur zum Teil ersetzen.
Fischaufstiegsanlage macht Überleben möglich
Ein herausragendes Ereignis für die Elbe-Ökologie war 1998 die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Fischaufstiegsanlage am Wehr Geesthacht. Die Fische durchschwimmen dabei einen künstlichen Wildbach von 216 Metern Länge und ca. 11 Metern Breite. Die Kontrollbefischungen bewiesen, dass das Bauwerk von den Fischen und Kleinlebewesen gut angenommen wurde. So wanderten zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder junge Flundern in die Mittelelbe. Am 26.10.1998 teilte das Sächsische Landesamt für Landwirtschaft in einer Pressemeldung mit, dass im Lachsbach bei Bad Schandau Lachse beobachtet worden waren. Damit hatte sich nach langer Zeit wieder der Lebensraum für Lachse im Elbegebiet voll erschlossen.
Das Pumpspeicherwerk Geesthacht
Das Pumpspeicherwerk Geesthacht wurde 1958 in Betrieb genommen und ist das größte seiner Art in Norddeutschland. Über drei Rohrleitungen sind 3 Teilbereiche - aus je einer Pumpe und einer Turbine bestehend - mit dem etwa 80 m höher gelegenen Speichersee verbunden. Die Turbinen haben eine Leistung von je 40 MW, die Pumpen von je 32 MW. Der Speichersee mit einem nutzbaren Volumen von 3,3 Mio. m³ wird direkt aus der Elbe gespeist.
Das Pumpspeicherwerk ist die wichtigste Anlage für die Stabilität der Hamburger Stromversorgung. Unter ökologischen Gesichtspunkten stellt ein Pumpspeicherkraftwerk einen teilweise erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft durch v. a. großen Landschaftsverbrauch dar und zerstört das natürliche Wasserregime. Doch das benachbarte Windkraftwerk sowie das Solarkraftwerk können für den Stromverbrauch allein nicht aufkommen.
