Talsperre Leibis-Lichte - ein sehr junges Projekt

Blick auf die Stauermauer Leibis
Die Talsperre Leibis-Lichte wurde von Oktober 2001 bis Dezember 2005 gebaut. Sie staut die Lichte, einen Nebenfluss der Schwarza durch eine etwa 100 m hohe Mauer auf.
Die Talsperre wurde für die Rohwasserbereitstellung zur Trinkwasseraufbereitung mit der Nebennutzung Hochwasserschutz gebaut. Zusätzlich wird mit Hilfe des angestauten Wassers Energie gewonnen. Die Talsperre gewährleistet eine Stabilisierung der Trinkwasserversorgung für etwa 400.000 Einwohner Ostthüringens.
Um diesen verschiedenen Zielen gerecht zu werden, wurden Bewirtschaftungsregeln aufgestellt. Die Bewirtschaftung erfolgt nach den
Kriterien Wassermenge und Wassergüte.
Mit der Wasserqualität muss eine sichere Trinkwasserversorgung mit
einem vertretbaren Aufbereitungsaufwand gewährleistet sein. Im Hinblick auf die Wassermenge muss einerseits
ein ausreichendes Wasservolumen für die Trinkwasserversorgung vorgehalten werden, andererseits ist ein
ausreichendes zusätzliches Stauvolumen für den Hochwasserfall freizuhalten.
Die Wasserrahmenrichtlinie fordert den Erhalt des Stauraums als funktionsfähiges Ökosystem mit natürlicher
Selbstreinigung zur Sicherung des guten ökologischen Potenzials.
Entsprechend den rechtlichen Vorgaben wurde für die Talsperre eine Umweltverträglichkeitsprüfung, in der u. a.
die Auswirkungen auf ein unterhalb liegendes EU-Schutzgebiet untersucht wurden, durchgeführt. Für diese
Umwelteinflüsse wurden strenge Kompensationsmaßnahmen angeordnet.
Unter anderem wird aufgrund der potentiellen Beeinträchtigung des Natura 2000-Gebiets Schwarza eine aufwendige dynamische Abflusssteuerung betrieben. Die zeitlich hoch aufgelöste naturnahe Steuerung der Wasserabgabe in Abhängigkeit vom Zulauf zur Talsperre und die Vermeidung von erheblichen Temperaturänderungen in der Schwarza unterhalb der Talsperre sind moderne Besonderheiten die an der Talsperre Leibis/Lichte einmalig sind.
