Uranbergbau in Thüringen

Blick auf den Tagebau Lichtenberg im Jahr 1991
© Wismut GmbH
Die Region zwischen Greiz und Schmölln, östlich von Gera, ist als Wismutregion bekannt. Ursache dieser Bezeichnung ist die mehr als 40-jährige intensive Gewinnung und Verarbeitung von Uranerzen durch die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut. Bis zum Jahresende 1990 wurden in Thüringen insgesamt rund 125.000 t Uran gefördert.Mit dem Gesetz zu dem Abkommen vom 16. Mai 1991 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Sowjetunion über die Beendigung der Tätigkeit der SDAG Wismut wurde der neu zu gründenten Wismut GmbH die Aufgabe übertragen, alle stillgelegten Gruben sicher zu verwahren, übertägige Anlagen abzureißen und bestehende Kontaminationen im Rahmen geltender Gesetze zu mindern und wo möglich zu beseitigen.

Blick auf den Tagebau Lichtenberg im Jahr 2005
© Wismut GmbH
Im Rahmen der erteilten Zulassungen und Genehmigungen hat die Wismut GmbH seit 1991 die untertägigen Grubenbaue auf den Wiederanstieg des Grundwassers mit zahlreichen Maßnahmen vorbereitet und mit dem Abschalten der Pumpen geflutet. Es wurden Halden in das Tagebaurestloch Lichtenberg verbracht bzw. vor Ort verwahrt sowie bergbauliche Anlagen demontiert oder abgerissen und die freigewordenen Betriebsflächen saniert. Die Industriellen Absetzanlagen (Schlammteiche – Rückstände aus der Aufbereitungsanlage) werden am Standort trocken verwahrt. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Austretende kontaminierte Grundwässer werden in geeignete Sickerwasserfassungsanlagen möglichst an zentralen Stellen erfasst und über eine Wasseraufbereitungsanlage über voraussichtlich mehrere Jahrzehnte gereinigt den Vorflutern zugeführt.
Im Rahmen der Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wurden trotz der noch nicht austretenden kontaminierten Flutungswässer an der Tagesoberfläche und der weit vorangeschrittenen Sanierungsarbeiten in den Oberflächenwasserkörpern Sprotten, Wipse und Gessenbach erhöhte Cadmium-Konzentrationen nachgewiesen, die die Zielstellung der Wasserrahmenrichtlinie verfehlen.
Geogene Vorbelastung als auch die auf den heutigen Stand von Wissenschaft und Technik durchgeführten Verwahrungs- und Sanierungsarbeiten lassen nicht ausschließen, dass alle austretende kontaminierte Grundwässer vollständig erfasst und einer Wasseraufbereitung zugeführt werden.

Blick auf das Gelände der BUGA 2007
© BUGA 2007
Infos

Logo der BUGA '07
Das gesamte Sanierungsprojekt in Ronneburg und Seelingstädt wird voraussichtlich 2015 abgeschlossen sein. Bis 2010 wird die Bergbaufolge-Landschaft Ronneburg, das noch vor wenigen Jahren einer Mondlandschaft glich, revitalisiert und den Anwohnern als Lebensraum zurückgegeben. Zur BUGA 2007 (www.buga2007.de) konnte die „Neue Landschaft von Ronneburg“, erstmals von den Bürgern zur Erholung genutzt werden.
